Transatlantik

Dezember 31st, 2008 von administer

Geschafft!! Nach genau 2 Wochen Atlantik und über 2000 zurückgelegten –Seemeilen sind wir endlich am ersehnten Ziel angekommen. Eigentlich verlief die Überfahrt sehr problemlos, dank gutem Wind, nur am Anfang haben Moritz, Carina und ich den ein oder anderen Eimer gefüllt. Unsere Tage verliefen sehr beschaulich in der Gegenwart des Meeres, ein paar Delphinen und fliegenden Fischen, die wir immer wieder von unserem Deck zurück ins Wasser verfrachten mussten, manchmal sogar lebend. Hörbücher waren sehr gefragt und sonst hat die ganze Mannschaft sehr viel geschlafen und das nicht nur wegen der sehr müde machenden Anti-Seekrank-Pillen, die man auch als Schlaftabletten verkaufen könnte.

Zuerst hofften wir noch pünktlich zu Heilig Abend in Barbados zu sein, aber es wurde schnell klar, dass wir das nicht schaffen würden, also Weihnachten auf See. Wir haben unsere Fenster mit Tannenzweigen und ein paar Christbaumkugeln geschmückt und der Moritz hat in der Bordküche Plätzchen gebacken. Am 21.12. gab es eine schöne vorweihnachtliche Bescherung – unser Funkgerät quittierte den Dienst.

Die echte Bescherung wurde dann sehr nett, aber ziemlich ungewohnt weil es so warm war, aber das Meer hat sich Mühe gegeben etwas weihnachtlicher bei Windstärke 6 zu rauschen. Wir haben ein paar Kerzen angezündet und sonst eigentlich alles gemacht was man an Weihnachten halt so macht: Plätzchen essen, singen, übrigens keine Seemannslieder sondern echte deutsche Weihnachtslieder und (diesmal ziemlich wenige) Geschenke auspacken. Es wurde trotzdem danach ziemlich unübersichtlich im Boot.

Zum Ende der Fahrt hin wurden wir dann doch alle ein bisschen ungeduldig, aber irgendwann haben wir einen hellen Schimmer am Horizont gesehen und am nächsten Tag sind wir schon im türkisblauen Wasser geschwommen und am mehlweißen Strand von Barbados gelegen.

Wir wünschen Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches 2009!

(Felix)

P.S: wir freuen uns sehr über Kommentare!

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Sal, Kap Verden

Dezember 16th, 2008 von GALEB

Eine funkelnagelneue gaaaanz lange Antenne hat der Kaptain am Boot montiert, so dass wir jetzt in alle Welt und hoffentlich auch nach hause funken können. Aber bis sie in Teneriffa ankam – das war ein Drama in mehreren Akten, für spanische Verhältnisse jedoch anscheinend ganz normal. Und so blieben wir also eine Woche länger als geplant in Teneriffa, und Eberhard fürchtete schon, seinen Flug von Sal (Kap Verden) am 6.Dezember zu verpassen. Am 28.11.2008 konnten wir endlich mit aufgepflanzter Antenne
von San Miguel ablegen. Tausend Seemeilen Atlantik vor uns – unser bisher längstes Stück. Zwei Tage wenig Wind – ob der Flieger doch ohne Eberhard…? Und dann richtig strammer Wind und entsprechende Welle die uns letztlich schon an Felix‘ Geburtstag am 4.Dezember auf Sal ankommen ließen.
Schon schön, wieder an Land zu sein, auch wenn sich dieses sehr karg und eher unromantisch präsentiert. Wolfgang nahm telefonisch Kontakt mit einem deutschen auf, der hier in Palmeira, Sal, den TransOcean-Stützpunkt leitet und dort Segler und Einheimische nach Kräften unterstützt. Dieser Kontakt erwies sich als wirklich segensreich, denn wir wurden von Carlos und seiner Frau Elisabeth so herzlich und offen aufgenommen, dass wir uns in Palmeira ganz schnell heimisch fühlten und durch sie einen Einblick
in das Leben der Dorfbevölkerung bekamen. Elisabeth und Carlos halfen uns bei den Behörden und Besorgungen, gingen mit uns Cap Verdisch essen, vermittelten Felix eine reizende Disco-Begleitung, wobei auch Milena begeistert in der Disco tanzte. Sie versorgten uns in ihrer Küche und erzählten uns die spannendsten Geschichten aus ihrem Leben und ihrer Wahlheimat.
Nach drei Tagen kamen Andreas und Thomas, zwei bewährte Crewmitglieder, an Bord für die große Überfahrt, die am 11.12.2008 mit einem Zwischenstopp in Mindelo begann.
(Carina)

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Das grosse Lebensmittel-Chaos

Dezember 10th, 2008 von administer

Wie viele von Euch schon wissen, dauert es nicht mehr lange, bis wir die Atlantik-Überquerung starten. Darum gab es auf Teneriffa viel zu tun. Ein Grossteil der Arbeiten war das Lebensmittel-Bunkern. Und davon will ich jetzt erzählen: Es begann damit, dass wir uns überlegten, wie wir den Überblick über die Lebensmittel nicht verlieren.
Also fingen wir eine Stauliste an. Alles ausräumen, was da war, ich sagte Felix den Namen des Lebensmittels, die Menge, und ob es geöffnet oder geschlossen war, sowie das Haltbarkeitsdatum, und er tippte es in den Computer.
Das sieht dann ungefähr so aus:

Anzahl    Name          Geöffnet    Haltbarkeit
5         Schokolade        X         01.08.2009

Danach kam die Einkaufsliste an die Reihe. Dafür war Carina zuständig. Wir druckten die Vorratsliste aus und schrieben dahinter, wie viel noch fehlte, und das, was noch gar nicht auf dem Zettel stand, wurde unten hinzugefügt. Als dies fertig war, mussten wir zum Einkaufen, wozu sich der nahe liegende Mercadona – Supermarkt eignete. Er ist wirklich mordsmäßig groß, und wir bekamen so gut wie alles dort.
Nach dem Einkaufen schaute ich mir die Kassenzettel an. Sie waren zusammen ungefähr drei Meter lang. Aber am allerschlimmsten war das Chaos an Bord. Das ganze Cockpit voller Tüten. Zuletzt mussten wir noch alles irgendwo unterbringen, noch in den Computer einbuchen, und dann waren wir fertig. Fix und fertig…

Einige werden sich fragen, warum nicht in den Kapverden gebunkert haben, aber es ist wie wir schon erfahren haben, nicht gut zum Einkaufen.
Mittlerweile sind wir sehr froh, da es hier auf Sal tatsächlich kaum etwas gibt und das dafür irrsinnig teuer.

(Moritz)

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