Poseidons Geschenk (9.10.2012)

Oktober 9th, 2012 von administer

Die Götter blieben uns wohlgesonnen. Auf rasender Fahrt zurück zum Festland wurde uns ein riesiger Thunfisch an die Angel gehängt. Nach gängigen Regeln des Anglerlateins wog die Beute mindesten 5 kg (zumindest im wohlgefüllten Eimer). Unser Dank gebührt also auch dem in Litauen (und wohl auch in Lettland) sehr geschätzten Sankt Petros. Abends im Hafen von Syvota angelegt, bereitete uns der Koch Georgios das Festmahl, das wir auf der Terrasse der Taverne sitzend mit Blick auf die GALEB genießen konnten.

Ein gefüllter Magen und Gläser voller Wein verbreiten die perfekte Stimmung, um ein wenig Seemannsgarn zu spinnen. Eine halbe Rolle dieses Materials, das auf keinem Schiff fehlen darf, produzierten wir beispielsweise mit der Erzählung von der riesenhaften 5 Meter Welle, auf der die Galeb zwei Tage zuvor eine halbe Stunde lang gesurft ist und dabei eine Rekordgeschwindigkeit von 33,3 Knoten pro Stunde erreichte (Rechenfehler in den numerischen Angaben sind nicht ganz ausgeschlossen).

Eine durchaus gefährlichere Episode ist das Abenteuer, das uns in Kerkyra, der Hauptstadt Korfus erwartete. Drei blonde Sirenen lockten uns mit dem Angebot, unsere Füße zu waschen. Wolfgang und Valdas ließen sich becircen und waren kurzzeitig in Gefahr, von den gefräßigen Fischeschwärmen, über die die Schönen befehligten, angefressen zu werden. Nur großes Glück konnte unsere zwei Seemänner aus den Fängen der Nymphen befreien (sie hatten Feierabend).
Aber nun genug des Garns, wir laufen in den Heimathafen ein und bald werden unsere Erlebnisse nur noch Sagen sein.
(Ralph)

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Poseidons Schmuckstück (7.10.2012)

Oktober 7th, 2012 von administer

Es sind schon einige bemerkenswerte Orte, an die uns Wolfgang geführt hat, wie die Bucht von Erikousa, die uns vor Wind und Wellen schützte und eine Windmühle hat, die sich selbst bei 30 Knoten Wind nicht bewegt. Oder die Bucht von St Georgios, mit ihrem Doppelstrand, der sich auf zwei entgegengesetzten Seiten dem Meer öffnet. Sehr beeindruckend war auch die Hafeneinfahrt von Gaios, einem Kanal, der so schmal ist wie eineinhalb GALEBs und durch den wir bei sternklarer Nacht bis in das Ortszentrum fahren konnten. In Gaios wurde auch das Gerücht wiederlegt, man würde mit Wolfgang ausschließlich Spaghetti zu essen bekommen, denn in der Taverne, vor deren Türen wir das Schiff anlegten, gab es köstliches Souvlaki, Gyros und Moussaka.


Poseidons Schmuckstück sollte aber noch folgen. Die nächste Nacht verbrachten wir in der Smaragd-Bucht von Anti-Paxos, einem Juwel mit türkisfarbenem Wasser und einem Sandstrand, der von blütenweißen Kieseln eingefasst ist. Nachts war die Bucht für uns allein reserviert, wo wir, nach einer großen Portion köstlicher Spagetti, das Sternenzelt über uns und das Meeresleuchten unter uns bewunderten (Meeresleuchten = lumineszierendes Plankton, dessen Leuchten durch Bewegung angeregt wird). Wir sind am südlichsten Punkt unserer Reise angekommen und machen uns langsam auf den Rückweg in die Zivilisation.
(Ralph)

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Rundtörn (5.10.2012)

Oktober 6th, 2012 von administer

Jetzt habe ich leider die Zusammenfassung der Sommertour bis Korfu nicht fertig geschrieben – das hole ich aber nach – versprochen!
Zunächst aber ein kurzes Lebenszeichen von der aktuellen Besatzung der GALEB, die sich gerade auf einer einwöchigen Tour um die Insel befindet, wie man aus den Positionsmeldungen unschwer erkennen kann.


Der Flug mit TUI am Dienstag brachte uns vier (siehe Bild) so zeitig nach Korfu, dass wir bis Mittag die GALEB klar zum Auslaufen hatten. So konnten wir den Südwind nutzen und die erste Nacht in einer idyllischen Bucht an der NO-Ecke von Korfu verbringen. Lediglich der Ansturm ausgehungerter, gieriger, weiblicher Mücken konnte unsere vergnügte „Durak“-Runde etwas stören. Na-ja, wir hätten uns vielleicht auch stören lassen, wenn es keine Mücken gewesen wären…
Durak (=Dummkopf) ist ein höchst vergnügliches Kartenspiel aus Russland, mit dem wir uns – am Anker liegend – trefflich amüsiert haben.

Am Mittwoch brachen wir gleich nach dem Frühstück(!) zur Insel Erikousa auf, wobei aufgrund des nun vorherrschenden NW-Winds und der zugehörigen Welle die Überfahrt eher sportlich wurde. Umso schöner dann die Nacht am Anker in der geschützten Bucht.
Die 30kt Wind des nächsten Tages konnten wir raumschots unter Fock sauber abreiten bis in die Bucht von St. Georgios, wo Durak schon auf uns wartete.
Der Freitag hatte windmäßig mehr versprochen, als er halten konnte, wobei wir gegen Mittag die erste Brise auf dem Weg nach Süden mitnehmen konnten, die im Verlauf des Tages gerade richtig aufgefrischt hatte, so dass wir unter Blister die Welle surfen konnten mit Spitzengeschwindigkeiten von über 13 kt auf der Logge.

Des Nachts fuhren wir in den Kanal von Gaios auf Paxos ein, wo wir nun direkt vor der Taverne eingeparkt haben und dank free WiFi auch mal wieder für die Lieben im deutschen Winter eine Nachricht in den Kosmos schicken können.
(Wolfgang)

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