Finale

Juni 13th, 2009 von administer

Die letzte Etappe der GALEB in Konvoi war noch einmal spannend. Etwas mehr als acht Tage waren wir seit Horta wieder auf See, wobei eine der beiden Maschinen einen großen Teil der Zeit mitgeholfen hat, damit sich die Geschwindigkeit der vier Boote nicht zu sehr unterscheidet. Jeder hatte auf dem letzten Teilstück mit unterschiedlichen Problemen zu schaffen, die aber alle gelöst werden konnten:

Manfred (DK1LAR) auf LA ROSSA hat dank einer durchgescheuerten Leine sein Großsegel unverändert im ersten Reff lassen müssen.

Unser Haudegen Rudi (DH3PP) auf NIEJE LEEV hatte Wassereinbruch im Maschinenraum – konnte aber das Leck im Auspuff lokalisieren und notdürftig abdichten.

Volker (C56DL) auf SUNJET verlor sein Toplicht und musste wegen Wasser im Motoröl auf hoher See einen Ölwechsel machen – bei den Platzverhältnissen auf seinem Boot wäre so etwas selbst im Trockendock ein Kunststück.

Auf der GALEB haben wir die Küste Portugals bei Cap Vincente erreicht ohne weiteren Zwischenfall. Die ganzen 850 sm idealer achterlicher Wind, so dass wir die Sturmfock und den gerefften Blister praktisch voll nutzen konnten. Doch fast hätten wir uns zu früh gefreut, denn kurz nach zehn Uhr UTC haben wir uns mit der stehenden Bb-Schraube in einem Fischernetz verfangen. Die Dinger sind zwar mit Fähnchen markiert, aber nachts hat man keine Chance, die Falle zu erkennen und wir sind prompt reingetappt. Alle Versuche, der Leine mit Bootshaken und Brotmesser beizukommen sind wegen des Seegangs und des hohen Kräfte im Seil gescheitert. Also blieb nichts anderes übrig, als mit Trockenanzug, Taucherbrille und Taschenlampe ins kühle Nass zu springen. Nach zwanzig Minuten harten Kampfes mit den Elementen war das Problem gelöst und der Käptn durchgefroren – der Anzug hat seinen Namen nicht verdient – oder mein Hals ist so viel dünner geworden, dass die Dicht-Manschette ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann. Zum Glück haben wir eine heiße Dusche an Bord, so dass ich schon bald frisch geschniegelt den heißen Tee schlürfen konnte, den Carina mir gebraut hat.

Am Morgen des 11.6.2009 lief der Konvoi gegen den Strom ins Fahrwasser bei Cap Santa Maria ein. Eine gute Stunde folgen wir der Rinne quer durch das Wattengebiet bei Niedrigwasser. Auf den zartgrünen Watten tummeln sich Menschen beim Muscheln sammeln. Kleine Boote sind trocken gefallen und säumen das Ufer – überall sitzen und fliegen Vogelschwärme. Das Wetter ist sommerlich – herrlich warm und sonnig. Nach den kühlen Azoren eine Wohltat.
Der Anker aller vier Boote fällt vor den Markthallen in Olhao.

Geschafft!

(Wolfgang)

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