Beruhigt

Mai 23rd, 2009 von GALEB

Endlich ist die Natur nicht mehr gegen uns. Wind und Welle haben eine Kehrtwende gemacht und schubsen uns sanft nach Osten. Unglaublich, dass diese friedliche Wasserfläche um uns herum noch vor wenigen Tagen so unwirtlich ausgesehen hat.
Sogar Delphine springen heute wieder vor unserem Bug, der nur noch etwa 300 Seemeilen vor der Hafeneinfahrt von Horta liegt.

Nur 50% unserer Dieselaggregate sind in Betrieb und das auch nur bei leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl. Der Verbrauch ist damit so gering, dass wir mit unseren Spritreserven die verbleibende Distanz sicher bewältigen können.
Damit auch der freundliche Westwind seinen Teil beitragen kann, werden alle verbleibenden Segelfetzen gesetzt. Das Surfsegel in bewährter Manier hat allerdings von seinen ursprünglichen 5 qm etwa die Hälfte eingebüßt. Stattdessen klafft mittig beim Gabelbaum ein stattliches Loch in der Klarsichtfolie. Macht aber nix, denn die Sturmfock wird querliegend davor geheißt, so dass der Durchgriff dezent verdeckt ist und jedes Luftatom, das uns mittig überholen wollte doch noch eingebremst und seines Impulses beraubt wird.

Das Bordleben ist wieder sehr angenehm und wir gönnen uns jeglichen Luxus. Carina zaubert immer überraschende Leckereien auf den Tisch. Frisches Gemüse und Salat, traumhafte Spaghettisoßen, selbstgebackenes Brot noch frisch mit Butter, Pastete, Käse, Salami, Räucherschinken und allem, was das Seemannsherz begehrt. Nur der frische Fisch bleibt vorerst noch Wassergekühlt.

Langsam können wir uns schon mal Gedanken machen, wie wir die Ankunft demnächst in Horta ausschmücken wollen, denn es wartet schon eine größere Gruppe Segler sehnlichst auf die GALEB und ihre kleinen Helden. Unser Theater hat auch diesseits des Nullmeridians einige Zuschauer und Akteure.

Übrigens bekam ich gerade die Info, dass gerade ein weiterer (belgischer) Katamaran mastfrei in Horta eingelaufen ist. Damit ist also die Gruppe der topless-Boote auf ganze fünf Exemplare angewachsen – goldene Zeiten für einen Mastbetrieb.

(Wolfgang)

Geschrieben in Berichte | 11 Kommentare »

11 Kommentare

  1. Günter Sagt:

    Wir freuen uns an unserem Hochzeitstag doppelt, dreifach und vielfach über solch frohe Kunde – bis bald in heimischen Gewässern

    Eure Günter und Sonja

  2. Dieter Sagt:

    Das klingt ja wieder richtig idyllisch und friedlich, fast weniger aufregend, als es bei unserem Fest heute zugehen wird. Trotzdem sind unsere Gedanken auch bei Euch.

    Euer Dieter

  3. Michi Sagt:

    „Hochseebetankung“ brachte schon große Erleichterung. Aber erst „Beruhigt“ läßt mich wieder frei durchatmen. Danke für die gute Nachricht und stärkt Euch für das große Fest beim Landfall.
    Liebe Grüße von Michi

  4. Marianne Sagt:

    Hallo ihr Lieben,
    schön zu lesen, dass bei euch alles wieder normal läuft.
    Leider habt ihr nun doch den großen Tag von Günter und Sonja verpasst. Die Hochzeit war wunderschön und der Ort der Hochzeitsfeier einfach traumhaft. Ihr werdet bestimmt viele Bilder zu sehen bekommen, wenn ihr wieder in der Heimat seid.
    Ganz liebe Grüße
    Marianne

  5. klaus Sagt:

    Kaum liest man mal paar Tage nicht Eure HP, schon stellt Ihr was an… und das gerade mal paar Tage nach unserem Kontakt bezüglich 406 MHz ELT der Piper….
    Manoman, Ihr macht ja Sachen! Toi, Toi, Toi, daß weiterhin Alles so glücklich verläuft… Den Ausdruck „Mast- und Schotbruch“ werde ich so bald nicht mehr verwenden…
    :-)) Klaus

  6. JeannetteLuisHorst Sagt:

    Ihr Lieben,
    dramatisch und hoffnungsvoll kleben wir seit 2 wochen an himbeerblau.de…
    noch einen guten letzten tag auf hoher see bis zum rettenden land!
    (hoffentlich klappts nun mit dem kommentar abschicken)
    sonnigheiße grüße aus schwabing,
    j&l&h

  7. ralph Sagt:

    Liebe Galeb,

    seit zehn Monaten bist Du unser fast täglicher Reality-Adventure Kanal im Internet. Immer interessant, immer spannend, immer aufregend. Aber die Dramaturgie der letzten zwei Wochen war eindeutig in Hollywood geklaut. Schlimm genug welche Stürme Ihr freihändig geritten seid. Ganz zu schweigen von einem Mast, vor dessen Schiffe-zersägenden Wanten ihr Euch habt befreien müssen. Dass die Rückfahrt etwas wackelig werden kann, hat wahrscheinlich jeder erwartet, musstet Ihr Euere Mastbruch-Show aber ausgerechnet Mitten im Ozean machen, fast exakt mittig zwischen jeder Küstenlinie und jedem noch so winzigen Eiland. Und dann auch noch Geisterschiffe ohne Diesel, Rettungspläne über Luft und über Wasser, mit Rettungsteams die ihrerseits vor dem Sturm kapitulieren mussten. Gott sei Dank war da noch eine Rolle Tesafilm, mit dem Ihr ein Rettungssegel konstruieren konntet (die Idee war sicher auch aus einer Hollywood-Serie). Nach soviel Spannung wünsche ich Euch und auch uns Zuschauern das Happy End Dienstag Früh auf Horta, wo offensichtlich ein stattliches Empfangskomitee mit und ohne Mast auf Euch wartet. Geniest den Landfall und das wohlverdiente Bier.

    Gruss
    der Zuschauer Ralph (vom Wohnzimmersessel aus)

  8. Günther aus Anzin Sagt:

    hallo Ihr Lieben,

    nachdem es nun schon 11.07 Uhr ist, gehe ich davon aus, dass Ihr inzwischen festen Boden unter den Füßen habt, wozu wir Euch ganz ganz herzlich gratulieren – Ihr seid alle große Helden!!! Wie gehts nun weiter bei Euch…mit dem kaputten Masten und der heimreise? Gönnt Euch mal so ein richtiges großes Bier und atmet tief durch!
    Liebe Grüße und wir drücken Euch! Bis blad Günther, Irene und Benedict

  9. klaus Sagt:

    Gratuliere, Ihr habt’s geschafft! Im Yacht-Tracker sieht man Euch sogar schon am Steg liegen!!! :-)) Klaus

  10. Mario Wacker Sagt:

    //WL2K Hallo Wolfgang Glückwunsch für diese zum Glück ohne Verletzungen vollbrachte Reise.Wir wollen nächstes Jahr mit unserem Katamaran auch los und mich erstaunt die grosse Anzahl(5Stk, hoffentlich nicht alles Katamarane) der entmasteten Yachten.Hast Du eine Erklärung wie dies bei Euch passiert ist, oder Ideen wie solches präventiv verhindert werden kann?
    Liebe Grüsse Mario SY Mares

  11. bärbel deichmann Sagt:

    was heißt da „beruhigt“,
    das sind wir noch lange nicht.
    erstmal bayerischen boden
    betreten. gell!!
    die bärbel

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