Die beste Überraschung seit es Besuche gibt

Juni 17th, 2009 von administer

Nachdem wir in Olhao angekommen sind, waren wir uns alle einig erst einmal an Land zu gehen, vor allem weil uns Volker von der Eisdiele am Eck erzählt hat. Also schmissen wir das Dingi ins Wasser und düsten rüber. Mit unserer kalten, nach Schokolade, Pistazie oder Zitrone schmeckenden Errungenschaft setzten wir uns in die Sonne und gaben uns voll dem Kampf mit dem Eis hin, das bei der Hitze erstaunlich schnell schmolz, als plötzlich jemand hinter uns ganz typisch bairisch „Servus“ rief und uns einen Haufen Brezen an einem Band um den Hals hängte. Es waren Wolfgangs Cousin Günter mit seiner Frau Sonja, die extra um uns zu begrüßen hier her geflogen waren. Leider hat keiner mein Gesicht fotografiert, weil ich selten dumm geschaut haben muss. Wir haben uns alle sehr gefreut.

Am nächsten Tag hatten wir 37 Grad, so blieb uns fast gar nichts anderes übrig als an den Strand zu fahren und das taten wir auch. Das Baden war herrlich, aber ich glaube, dass alle, die nicht gerade zufällig im Urlaub am Pool oder Strand liegen und sich mit dem Laptop in das Hotel W-LAN eingeloggt haben das hören wollen 🙂


Die zweite Nacht verbrachten Günter und Sonja nicht bei uns, weil in der Karaoke-Bar neben an zwei besoffene Teenies so schief „Like a Virgin“ sangen, dass sich einem der Magen umdrehte. Die ganze Crew verbrachte die Nacht eher damit Mordpläne zu schmieden als zu schlafen und da unser Besuch schließlich Urlaub hatte, quartierten sie sich im „Hotel Faro“ ein. Alle anderen lösten das Problem mit Ohrstöpseln.

Die zwei Tage danach gingen wir noch einmal Baden und schauten uns das Städtchen Faro mit seinen kleinen Gässchen und hübschen Dächern an, die vielfach von Störchen besiedelt sind. Am letzten gemeinsamen Abend saßen wir in einem kleinen Restaurant in der Altstadt und ließen uns ein vorzügliches Essen schmecken.

(Felix)

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Finale

Juni 13th, 2009 von administer

Die letzte Etappe der GALEB in Konvoi war noch einmal spannend. Etwas mehr als acht Tage waren wir seit Horta wieder auf See, wobei eine der beiden Maschinen einen großen Teil der Zeit mitgeholfen hat, damit sich die Geschwindigkeit der vier Boote nicht zu sehr unterscheidet. Jeder hatte auf dem letzten Teilstück mit unterschiedlichen Problemen zu schaffen, die aber alle gelöst werden konnten:

Manfred (DK1LAR) auf LA ROSSA hat dank einer durchgescheuerten Leine sein Großsegel unverändert im ersten Reff lassen müssen.

Unser Haudegen Rudi (DH3PP) auf NIEJE LEEV hatte Wassereinbruch im Maschinenraum – konnte aber das Leck im Auspuff lokalisieren und notdürftig abdichten.

Volker (C56DL) auf SUNJET verlor sein Toplicht und musste wegen Wasser im Motoröl auf hoher See einen Ölwechsel machen – bei den Platzverhältnissen auf seinem Boot wäre so etwas selbst im Trockendock ein Kunststück.

Auf der GALEB haben wir die Küste Portugals bei Cap Vincente erreicht ohne weiteren Zwischenfall. Die ganzen 850 sm idealer achterlicher Wind, so dass wir die Sturmfock und den gerefften Blister praktisch voll nutzen konnten. Doch fast hätten wir uns zu früh gefreut, denn kurz nach zehn Uhr UTC haben wir uns mit der stehenden Bb-Schraube in einem Fischernetz verfangen. Die Dinger sind zwar mit Fähnchen markiert, aber nachts hat man keine Chance, die Falle zu erkennen und wir sind prompt reingetappt. Alle Versuche, der Leine mit Bootshaken und Brotmesser beizukommen sind wegen des Seegangs und des hohen Kräfte im Seil gescheitert. Also blieb nichts anderes übrig, als mit Trockenanzug, Taucherbrille und Taschenlampe ins kühle Nass zu springen. Nach zwanzig Minuten harten Kampfes mit den Elementen war das Problem gelöst und der Käptn durchgefroren – der Anzug hat seinen Namen nicht verdient – oder mein Hals ist so viel dünner geworden, dass die Dicht-Manschette ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann. Zum Glück haben wir eine heiße Dusche an Bord, so dass ich schon bald frisch geschniegelt den heißen Tee schlürfen konnte, den Carina mir gebraut hat.

Am Morgen des 11.6.2009 lief der Konvoi gegen den Strom ins Fahrwasser bei Cap Santa Maria ein. Eine gute Stunde folgen wir der Rinne quer durch das Wattengebiet bei Niedrigwasser. Auf den zartgrünen Watten tummeln sich Menschen beim Muscheln sammeln. Kleine Boote sind trocken gefallen und säumen das Ufer – überall sitzen und fliegen Vogelschwärme. Das Wetter ist sommerlich – herrlich warm und sonnig. Nach den kühlen Azoren eine Wohltat.
Der Anker aller vier Boote fällt vor den Markthallen in Olhao.

Geschafft!

(Wolfgang)

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E-Mails

Juni 9th, 2009 von GALEB

Die Technik an Bord eines Schiffes hat so ihre Tücken und davon können alle Segler ein Lied singen. Nun haben wir uns heute nicht mehr nur mit Seilen, Segeln, Masten und Motoren zu ärgern – nein besonders die Elektronik ist ein Dauerpflegefall.
Die Dinge an Bord habe ich ja weitestgehend im Griff – mal schnell einen Autopilot reanimieren, ein brennendes Funkgerät ersetzen oder eine kochende Batterie lahm legen. Was ich allerdings nur schwer beeinflussen kann ist der Datenstrom, der sich durchs Internet und über den Äther den Weg von und zur GALEB bahnt. Will sagen: es scheint so, als würden nicht immer alle Mails ihre Empfänger finden.
Wir haben auf unserer gesamten Reise praktisch jede Mail, die uns erreicht hat möglichst zeitnah beantwortet. Sollte also jemand keine Reaktion erhalten haben, ist seine Mail wahrscheinlich irgendwo gestrandet. Das täte uns sehr leid, denn wir freuen uns immer über Kontakte zur Außenwelt, aber manchmal werden vermutlich einzelne Datenpakete per Flaschenpost transportiert.

Nachdem wir bei bestem Wetter mit lauem Wind die Küste von Portugal vor dem Bug haben und der Konvoi für alle ein gerüttelt Maß an Sicherheit bietet, könnt Ihr uns ab sofort wieder hemmungslos anschreiben – die Notfallkommunikation ist abgeschlossen – alle Kanäle sind wieder frei.
Trotz alledem sind wir schon seeeehr gespannt, welche Kommentare wir nach unserem Landfall im alten Europa auf unserer Website lesen dürfen – also haut in die Tasten!

(Wolfgang)

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Wieder auf See

Juni 6th, 2009 von GALEB

In Horta bekamen wir von Manfred LA ROSSA einen 6m langen Spinnakerbaum geliehen, den wir nun auf der GALEB als Notrigg aufgestellt haben. Auch Rudi auf NIEJE LEEV wurde so mit einem neuem Mast ausgestattet.
Am Montag 1.6.09 abends sind wir mit Rudi unter Geleit von Volker SUNJET zu dritt ausgelaufen mit Ziel Ponta Delgada auf Sao Miguel, das 160sm von Fajal entfernt ist. Bei kräftigem achterlichem Wind konnten wir zusätzlich zu dem Hals über Kopf geheißten Sturmsegel auch noch Teile unseres Blisters setzen, der sich als Treibanker seinerzeit schon bewährt hat. In dieser Konfiguration haben wir unser Zwischenziel planmäßig am Mittwoch bei Sonnenaufgang ohne Motorhilfe erreicht. Carina hat diese Etappe in dauerübler Erinnerung, sich aber als tapfere Seemännin nicht abhalten lassen, den Sprung ans Festland mit der ganzen Familie zu machen.
Die Tanks des Geleitzuges wurden aufgefüllt und schon am Abend stachen die drei Schiffe wieder in See um die 850sm zum Kontinent in Angriff zu nehmen.

Manfred auf LA ROSSA hat fast zeitgleich die Leinen in Horta losgeworfen, um den drei Gemütsseglern zu folgen. Im Funk erfuhren wir von den Leiden dieses Seemannes, der sein schnelles Schiff bei besten Bedingungen nicht laufen lassen darf, um nicht an den Havaristen vorbei zu fliegen. Überdies seiner Spi-Bäume beraubt noch nicht einmal kurzzeitig das große Tuch spaßhalber setzen kann.

Am Montag will Achim mit ACROPAL in Horta starten um als Lumpensammler dem Konvoi den Rücken zu decken. Dank seiner angestrebten Geschwindigkeitsrekorde und der gedrosselten Boote von Volker und Manfred werden wir alle wohl ziemlich zeitgleich Iberia erreichen.

Die Funkrunde mehrmals täglich zwischen den Booten und Christoph dem „Seelotsen“ gibt uns das gute Gefühl wunderbar getragen zu sein. Auf alle Fälle ist die GALEB umringt von guten Helfern sicher unterwegs und die Besatzung ist bester Stimmung. Wir lassen es uns gut gehen.

(Wolfgang)

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Danke!

Juni 2nd, 2009 von GALEB

Eure Kommentare und Mails sind so Mut machend, bewegend und herzerwärmend! Es ist uns klar, dass wir es sein müssen, die die liebsten Verwandten und Freunde, die allerbesten Nachbarn und Bekannten haben.
Danke natürlich auch jenen, die uns mit ihren lieben Gedanken begleitet und unterstützt haben, auch wenn diese in Worte (oder sogar Verse) gefasst natürlich besonders schön sind.
Herzlichsten Dank der „ALPHA ERA“, die uns in einer professionell vorbereitet und durchgeführten Übergabeaktion mit 500l Diesel beschenkt und somit gerettet hat!
Vielen vielen Dank unserem „Tankerteam“, den beiden Segelyachten MERRY MARY und ACROPAL, die nach unserem Mastbruch ihren Schönwetterkurs über den Atlantik verlassen und stattdessen immer auf die GALEB zugehalten haben, um uns im Notfall mit weiterem Sprit zu versorgen.
Und danke natürlich unserem Seelotsen Christoph und den anderen Funkern, die die Koordination überhaupt ermöglicht haben und sogar unsere Kinder einquartiert hätten.
Und ihr lieben Segler, die ihr uns bei unserer Ankunft in Horta einen so rauschenden Empfang bereitet und uns so herzlich in Eure Gemeinschaft aufgenommen habt: tausend Dank!

Ursprünglich sollte unsere gemeinsame Reise ja auf den Azoren zu Ende sein, doch der Mastbruch macht eine weitere Etappe nötig. Wir müssen die GALEB noch in eine Werft nach Faro am portugiesischen Festland bringen.
Wir freuen uns, wenn Ihr uns auch dabei in Gedanken unterstützt und begleitet und den einen oder anderen Kommentar schreibt!

Und zurück in Deutschland werden wir alle zusammen Ende Juli eine große Wiedersehens-Party feiern! Merkt Euch schon mal den 25.7.09 vor.

(Carina)

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