Ankunft in Horta

Mai 28th, 2009 von admin

Hier ist das erste Video auf unserer Webseite – einige haben es bei www.seelotse.de schon gesehen – nun auch bei uns ganz frisch…

Video wird geladen…

Nachdem sich die Situation des Bootes mit dem Mastverlust ziemlich schlagartig verändert hat, ist nicht mehr sicher, ob die Familie tatsächlich hier von Bord gehen kann, oder ob wir nicht doch die letzte Etappe bis Portugal gemeinsam bewältigen. Unsere GALEB kann dort in die Werft gehen, bis sie völlig gesundet ist.

Also freut Euch nicht zu früh ;-|

(Wolfgang)

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Horta

Mai 26th, 2009 von GALEB

Geschafft!
Die GALEB ist nach fast zwanzig ereignisreichen Tagen auf See in Horta gelandet. Die Mannschaft ist glücklich und erschöpft. Unser Empfang war grandios – der halbe Hafen hat sich auf die Beine gemacht, um uns zu begrüßen. Über die Toppen des Surfsegels beflaggt im Geleit von MERRY MARY wurden wir mit Signalhörnern und Jubel an die Pier gelotst. Champagner wurde geköpft und auf einer spontanen Party konnten alle Beteiligten und Beobachter ihrer Freude freien Lauf lassen. Heute Abend feiern alle in einem nahe gelegenen Lokal.

Das Leben geht weiter. Nun muss das Boot klargemacht werden, was einige Tage in Anspruch nehmen wird. Danach wird die Crew planmäßig per Flugzeug nach Hause fliegen. Der Käptn muss noch ein bisschen weiter machen und das Schiff nach Portugal überführen, wo es wieder in Stand gesetzt werden kann.
Soviel in aller Kürze – unser Seelotse Christoph DH2LC ist unglaublich schnell  – auf seiner Seite könnt ihr die ersten Bilder schon bewundern.
Bitte schreibt alle Eure Kommentare fleißig hier rein – es war und ist uns eine große Freude, jede einzelne Anteilnahme zu lesen.

(Wolfgang)

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Beruhigt

Mai 23rd, 2009 von GALEB

Endlich ist die Natur nicht mehr gegen uns. Wind und Welle haben eine Kehrtwende gemacht und schubsen uns sanft nach Osten. Unglaublich, dass diese friedliche Wasserfläche um uns herum noch vor wenigen Tagen so unwirtlich ausgesehen hat.
Sogar Delphine springen heute wieder vor unserem Bug, der nur noch etwa 300 Seemeilen vor der Hafeneinfahrt von Horta liegt.

Nur 50% unserer Dieselaggregate sind in Betrieb und das auch nur bei leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl. Der Verbrauch ist damit so gering, dass wir mit unseren Spritreserven die verbleibende Distanz sicher bewältigen können.
Damit auch der freundliche Westwind seinen Teil beitragen kann, werden alle verbleibenden Segelfetzen gesetzt. Das Surfsegel in bewährter Manier hat allerdings von seinen ursprünglichen 5 qm etwa die Hälfte eingebüßt. Stattdessen klafft mittig beim Gabelbaum ein stattliches Loch in der Klarsichtfolie. Macht aber nix, denn die Sturmfock wird querliegend davor geheißt, so dass der Durchgriff dezent verdeckt ist und jedes Luftatom, das uns mittig überholen wollte doch noch eingebremst und seines Impulses beraubt wird.

Das Bordleben ist wieder sehr angenehm und wir gönnen uns jeglichen Luxus. Carina zaubert immer überraschende Leckereien auf den Tisch. Frisches Gemüse und Salat, traumhafte Spaghettisoßen, selbstgebackenes Brot noch frisch mit Butter, Pastete, Käse, Salami, Räucherschinken und allem, was das Seemannsherz begehrt. Nur der frische Fisch bleibt vorerst noch Wassergekühlt.

Langsam können wir uns schon mal Gedanken machen, wie wir die Ankunft demnächst in Horta ausschmücken wollen, denn es wartet schon eine größere Gruppe Segler sehnlichst auf die GALEB und ihre kleinen Helden. Unser Theater hat auch diesseits des Nullmeridians einige Zuschauer und Akteure.

Übrigens bekam ich gerade die Info, dass gerade ein weiterer (belgischer) Katamaran mastfrei in Horta eingelaufen ist. Damit ist also die Gruppe der topless-Boote auf ganze fünf Exemplare angewachsen – goldene Zeiten für einen Mastbetrieb.

(Wolfgang)

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Hochseebetankung

Mai 18th, 2009 von GALEB

Seit nunmehr zwei Tagen sind wir wieder in Bewegung, wenn auch mehr vertikal als horizontal, aber immerhin – der Kurszeiger steht auf Horta.
Nachdem unser Mast über Bord gesprungen ist, sind wir zunächst 50sm durch die Nacht mit Ostkurs motort. Am nächsten Morgen habe ich dann unser Surfsegel geriggt und wir sind mit diesem jämmerlichen Ding immerhin 120sm gefahren – im Bogen zunehmend südlich, bis der Wind derart stark von Osten kam, dass wir das Segelchen flach legten und beigedreht den Sturm abwetterten. Es trieb und mit einem Knoten westwärts, was ich durch einen selbstgebastelten Treibanker nochmals zu bremsen versuchte. So harrten wir eineinhalb Tage in Berg- und Talfahrt aus und verloren dabei über 30sm zu unserem Ziel. Da wir lediglich etwa 150liter Sprit im Tank hatten, war klar, dass wir niemals zu den Azoren unter Motor kämen – und mit was sonst, wenn der Wind uns keine Chance lässt?

Am 16.5.2009 kam per Mail die Nachricht, dass der Frachter DENISE mit Sprit im Anmarsch sei. Wie auch immer war die Freude nur kurz, denn er konnte uns nicht finden und ist wieder seines Weges gezogen.
Nachmittags dann die neue Meldung des RCC-Norfolk, dass der Tanker ALPHA ERA auf uns zu hält. Nach heftigen Mail-Orgien habe ich einen Treffpunkt auf der gedachten Verbindungslinie vorgeschlagen, der die Strecke etwa im Verhältnis unserer Geschwindigkeiten teilt. Umgehend wurden die Maschinen angeworfen mit Kurs 020, dem Tanker entgegen, damit die Übergabe noch bei Tageslicht stattfinden kann.

Um 1900UTC dann endlich Funkkontakt mit ALPHA ERA. Kurz darauf wurden wir von ihnen gesichtet. Exakt auf der vorausberechneten Position drehte der Tanker nach Stb ab und stoppte die Maschinen. Wir waren nun noch wenige Minuten entfernt und hielten auf das Heck des Riesen zu. Sicherheitshalber brachten wir Bb zwei dicke Fender aus, falls uns die Bordwand zu nahe käme. Milena wurde mit einem Hörbuch im Salon geparkt und die restlichen Matrosen platzierten sich mit Einpickgeschirr und Rettungswesten an Deck. Als wir am Heck vorbei im Lee des Stahlkolosses an seiner Steuerbordseite entlang fuhren winkte uns die wartende Crew an der Reling etwa mittschiffs, wo zwanzig blaue Kanister aufgereiht standen.

Ich hielt unser Boot bei 1-2kt Fahrt in möglichst gleichem Abstand von der Stahlwand, wobei uns die Wellen ständig auf und ab hoben. Eine Wurfleine wurde zu uns herüber geschmissen, die Felix gleich aufnahm. Am anderen Ende wurden eine zweite Leine und der erste Kanister befestigt. Ein Seemann ließ den Kanister ab, Felix und Carina holten die (ziemlich schmutzige) Wurfleine ein und hievten den ersten Kanister an Bord, der von Moritz gleich ins Cockpit geschafft wurde.
Nach einigen derartigen Manövern bekam die Truppe sichtlich Routine und es dauerte keine halbe Stunde, bis die ganzen 500 Liter bei uns an Bord waren. Der Kapitän, sein erster Offizier an der Reling und ich standen die ganze Zeit per Funk in Kontakt. Am Ende der Aktion tönte es aus dem Lautsprecher: “You asked for 400 Liter – we gave you 500 as a present to you and your family. Good luck!”

Milena auf meinen Schultern, meine Matrosen Spalier an Deck – so verabschiedeten wir uns laut rufend und winkend von unseren Rettern. Wir werden Euch nie vergessen.

(Wolfgang)

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Gerettet!

Mai 17th, 2009 von GALEB

Waaaaaaahhhhnsinnnnnnn!
Es lebe die Seenotrettung in aller Welt, die Amateurfunker, die Segler und die Kapitäne zur See – besonders der Grieche auf ALPHA ERA.

Wir haben soeben 500 Liter Diesel in kleinen blauen Kanistern an Bord genommen.
Das Rendezvous auf hohe See war eine richtig spannende Sache, die Euch Felix morgen genauer erzählen wird.
Für den Augenblick reicht es, dass wir überglücklich vermelden können mit laufender Maschine auf direktem Kurs Richtung Horta unterwegs zu sein.

Allen helfenden Engeln gilt unser großer Dank. Allen voran natürlich dem Kapitän der ALPHA ERA und seiner Crew, der US-Coastguard Norfolk und der deutschen Seenotrettung in Bremen. Ganz besonders hat sich unser “Seelotse” Christoph DH2LC hervor getan, der Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation mittels Amateurfunk zwischen uns, anderen Yachten und Helfern in der ganzen Welt war. Vielen Dank – wir sprechen uns nocht.
Auch die Skipper Achim und Ernst der Segelyachten ARCOPAL und MERRY MARY, die uns zu Hilfe geeilt waren, sind wir herzlich dankbar. Wir hatten ständig Kontakt und Ihr wart unsere Rückversicherung und Zuversicht.

Jetzt kann ich es ja laut sagen: Das Wetter war richtig scheiße hier draußen. Der Wind war ein ausgewachsener Sturm, der sich und uns gewaschen hatte. Die zwei Tage beigedreht die Wellenberge auf und ab zu steigen war kein Zuckerschlecken. Aber meine Mannschaft war immer bester Laune und hat das bravourös gemeistert – toll.

Das Wetter kann eigentlich nur noch besser werden und so freuen wir uns, das letzte Stück nach Horta als “Segelyacht oben ohne” – oder besser als Motorflunder – zügig hinter uns zu bringen.

(Wolfgang)

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