Unterwegs

April 29th, 2009 von GALEB

Den sechsten Tag sind wir nun auf dem Atlantik unterwegs – und heute Früh hatten wir das Gefühl, bald Alaska erreicht zu haben denn es war richtig kühl. Gut – in Germanenland wäre ein solcher Tagesbeginn in die Kategorie „Milder Sommermorgen“ einzuordnen, aber wir sind in den vergangenen Monaten völlig verweichlicht, was das raue nordische Klima anbelangt.
Die See ist seit heute Nacht ungefähr so ruhig wie Milenas Planschbecken – entsprechend weht auch nur ein laues Lüftchen. Um den Bermudas trotzdem näher zu kommen, läuft seit den frühen Morgenstunden die Maschine und versorgt uns nebenbei mit heißem Wasser, so dass heute jeder schon den Luxus einer heißen Dusche genießen durfte. Mit dem aufgefangenen Duschwasser wurde das tagelang meerwassergespülte Cockpit entsalzt. So konnten wir – wenn auch mit Jacke – draußen frühstücken.
Nachdem wir die ersten Tage mit heftig Wind und Seegang unterwegs waren, die uns den Appetit bis hin zum rückwärts Essen verdorben hatten, genießen wir unser momentanes Luxusleben ganz bewusst. Mit einem guten Frühstück im Bauch gestaltet sich das Bordleben nun sehr angenehm. Moritz steht in der Küche und bäckt Schaumkuchen, der Käpten liegt in der Sonne und spielt nebenbei mit Milena. Felix lässt sich von seinem mp3-Spieler ein Buch vorlesen.
Die schöne Karibik fehlt uns schon jetzt, aber die Vorfreude auf Zuhause wird immer größer: die vielen lieben Menschen, die dort auf uns warten, unser Kater Micki, der eigene Balkon, Erdbeerkuchen, frische Brezn und a händlbemeierte Weißwurscht.

(Carina)

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Wir fahren heim

April 24th, 2009 von GALEB

Die Rückfahrt steht an, so leid es uns tut! Nochmal ausgiebig im kristallklaren türkisen Wasser schnorcheln, über den weißen weichen Sand laufen, beim Kokosnussknabbern den Pelikanen zuschauen.
Nachmittags ausklarieren und dann geht´s los.
Seit gut zwei Wochen sind wir nun in den British Virgin Islands unterwegs – wahrhaft ein Seglerparadies! Viele kleine Inseln, tolle Riffe zum Tauchen und Schnorcheln, weiße Traumstrände wie aus der Werbung vom Reisebüro. Leider ist´s ziemlich teuer und zum Teil recht amerikanisch, aber man kann der Zivilisation gut aus dem Weg gehen.
Viele Gedanken haben wir uns seither gemacht, ob wir unsere brave Galeb in der Karibik festmachen, möglichst Hurrikane-sicher, um sie hier noch mal nutzen zu können, denn die Karibik ist wunderschön und mit dem Boot eindeutig am besten zu bereisen. Aber wann werden wir wieder so viel Urlaub/Ferien haben? Ist es gut, das Boot so weit weg liegen zu haben, insbesondere falls wir es einmal verkaufen wollten?
Nach reiflicher Überlegung haben wir einstimmig beschlossen, doch über den großen Teich zurückzufahren. Vor zwei Tagen haben wir deshalb in Road Harbour den Supermarkt geplündert und sind jetzt auch futtermäßig bestens gerüstet.
Der Motor ist wieder wie neu und auch alle anderen Systeme arbeiten zur Zufriedenheit des Käptns.
Die erste Etappe geht zu den ca. 800 Seemeilen entfernten Bermudas. Dort werden wir ein paar Tage verschnaufen und dann die 1800 Meilen auf die Azoren weiterfahren, da soll´s ja auch sehr schön sein. Wir hoffen, dort das Boot sicher liegen lassen zu können, die Inselgruppe zu erkunden und mit Delfinen zu schwimmen.
Dann werden wir wohl ins Flugzeug steigen und in Kürze zuhause sein.
Wie´s dann mit der Galeb weitergeht? Wolfgang will sie dann mit einer anderen Crew ins Mittelmeer fahren.

(Carina)

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Virgin Islands – Anegada

April 17th, 2009 von GALEB

Nachdem wir uns schweren Herzens von Oma und Opa verabschiedet haben, sind wir sofort Richtung Virgin Islands losgedüst um unseren nächsten Gast einzusammeln. Man muss sagen wir mutieren schon fast zum Kreuzfahrtschiff, aber das Essen bei uns ist deutlich besser!

Jetzt sitzen wir also im Herzen der Karibik. Und was tut man da? Genießen! Es bleibt einem auch fast nix anderes übrig, wenn doch die Landschaft traumhaft schön und die Stimmung an Bord mit Michi sehr angenehm ist.

Unser erster erzählenswerter Abstecher in den BVIs (British Virgin Islands) war Anegada. Wer auch nur ein Bergsteiger-Gen hat wird sich hier so wohl fühlen wie ein Fisch an der Angel. Der höchste Punkt der Insel ist stolze neun Meter hoch. Dort sind wir vor einem meistens menschenleeren Strand gelegen und haben gebadet. Zwei Tage später haben wir einen Abstecher an die Atlantikküste der Insel gemacht und sind direkt ins Schnorchler-Paradies gehüpft Dort haben wir ein paar tolle Motive auf die Speicherkarte unseres Fotoapparates geklickt. Moritz hat zum ersten Mal einen kapitalen Hai gesehen und auch sonst haben sich uns Rochen, Barrakudas, Schildkröten, Schnapper und sogar ein besonders seltener Tarpon präsentiert.

An diesem Abend haben wir uns zum Abschluss des Tages noch einmal aus dem Meer bedient, diesmal aber mit Hummer und Mahi Mahi in gegrillter Form. Es war sehr lecker! Über den Preis wollen wir hier gar nicht reden, es sei nur erwähnt dass unschuldige Opfer, die in einem Laden am Strand einkaufen, für eine Milch und zwei Packungen Toast mit über 10 Dollar rechnen müssen.

(Felix)

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Wir sitzen fest

April 3rd, 2009 von administer

Vor gut einer Woche sind Oma und Opa hier in St.Martin angekommen, lang ersehnt, und mit viel Schokolade und Gummibärchen im Reisegepäck.

Ursprünglich wollten wir gleich nach ihrer Ankunft in die Virgin Islands aufbrechen, angeblich das Seglerparadies schlechthin – man will seinen Gästen ja was bieten. Leider zickt unsere Steuerbord-Maschine seit geraumer Zeit und der Käpt’n hat hier im holländischen Teil der Insel eine Werkstatt gefunden, die kompetent erscheint, das Problem zu lösen. Seit über einer Woche knobeln die tapferen Monteure daran – die GALEB liegt seither am Firmenkai in der Lagune, wenn auch nicht sonderlich idyllisch, so doch mit 0815-Dusche (beim Nachbarn) und Landstrom vom anderen Nachbarn.

Am Wochenende sind wir ausgebüchst. Mit nur einem Motor, aber wir wollten ja auch segeln, nicht motoren. Über sieben Knoten schnell nach Anguilla gesaust durch türkisfarbene Wellen an einen weißen Traumstrand. Übernachtet in der Grande Case Baie im frz. Teil von St.Martin, damit auch Oma und Opa mal vom Schiff aus schwimmen und schnorcheln können. Erstaunlich seefest die beiden! Und auch unsere frisch gefangene Makrele haben sie alles andere als verschmäht.


Im Moment schmoren wir an einem langen, fast menschenleeren Sandstrand. Die Wellen rauschen – über uns im Baum zwitschern die Kolibris. Wenn es zu heiß wird bietet das helltürkise Meer sanfte Abkühlung – wie im Urlaub.
Wir lassen es uns trotz Werkstattbindung richtig gut gehen und verschieben die Virgins einfach auf später.

(Carina)

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St. Maarten Marina

April 1st, 2009 von administer

Erst mit dem blauen Bus, dann mit dem kleinen blauen Flugzeug und dann mit dem großen blauen Flugzeug in die Karibik! So haben wir versucht, unseren 3,5 jährigen Luis auf den Urlaub vorzubereiten und gehofft, dass uns der liebe Herrgott eine ruhige Anreise gönnen möge. Hat dann auch bestens geklappt! Und nicht nur das: Nach der Ankunft am spektakulär gelegenen Flughafen von St. Maarten wurden wir nach kurzer Taxifahrt am wie zuvor per Skype (oh ja: die Galeb ist technisch auf höchstem Niveau ausgestattet, mittlerweile wird sogar mittels Sound-Anlage auf Party-Boat hochgerüstet) verabredeten Treffpunkt abgeholt. Alles Bestens. Wie wohl die Tage an Bord werden? Hängen wir anstatt ab nur über der Reling? Werden sich Milena und Luis vertragen? Kommt der eine oder andere Matrose an den Mast?

 

 

 

 

Die seefeste Crew hatte sich für uns einen moderaten Einstieg ins Seglergeschäft ausgedacht und so haben wir bei schwacher See erstmal nach Anguilla übergesetzt und sind dort in den schönsten Buchten gelegen. Das Hin- und Hergewoge an Bord hat der Gleitschirm-erprobten Altmann-Crew dann auch gar nichts ausgemacht. Das schunkelt einen sogar richtig angenehm in den Schlaf. Interessant ist, dass bei Landgang nach ein paar Tagen an Bord der feste Boden ein bisschen schwankend wahrgenommen wird.

 

 

 

Weiter ging die Reise dann zurück nach St. Maarten, in eine Bucht wo gerade ein großes Dorffest gefeiert wurde. Mei, war die street band laut! Das Highlight der Reise war dann das Ankern in der Orient Bay, in der Bucht der Ilet de Pinel (hat auch schon der Felix beschrieben). Das ist ein Inselchen wie aus dem Reiseführer: Unter Palmen liegt eine coole Strandbar im Schatten, der superfeine Sandstrand läuft sichelförmig ins Meer hinein, und dahinter steht ein Hügelchen, von wo man einen tollen Ausblick aufs Festland hat. Und was sieht man da am gegenüberlegenden Berg? Natürlich: Gleitschirmflieger, die stundenlang in der Seebrise soaren und uns die Zähne lang machen.

 

 

 

So, und jetzt liegen wir an Pier in der Lagune von St. Maarten, wo gerade der Steuerbord-Motor gewartet wird. Für uns endet damit der angenehme Aufenthalt an Bord der Galeb und wir werden noch ein paar Tage als Landratten in der Oyster Bay verbringen bevor’s dann wieder zurück ins kalte Bayernland geht. Für die Crew beginnt sogleich ein weiteres Kapitel, kommen doch im fliegenden Wechsel Oma & Opa an Bord.

 

 

 

(Horst)

 

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