Lagerfeuer

Januar 29th, 2009 von admin

Auf unserem Weg von Grenada zu den Tobago Cays haben wir spontan auf Carriacou eine Pause eingelegt, weil das Segeln wegen Schwerwetter und anstrengender Bedingungen keinen mehr reizte. So sind wir an einem etwas grauen und bewölkten Karibiknachmittag auf Carriacou “gestrandet”. An Bord war nicht viel zu tun und so haben wir uns alle eher einzeln als im Rudel aufgemacht die Insel zu erkunden. Nach einiger Zeit trafen wir uns dann und da es schon dunkel wurde und mein auf dem Trip ausgiebig geleerter Magen bereits knurrte, warf ich den Vorschlag in die Runde ein Feuer zu machen und das Gemüse, das eigentlich in die Suppe wandern sollte zu grillen. Moritz fand sogar auf einer Baustelle einen alten Grillrost. Erst war die Zustimmung auch groß, aber als wir dann ins Überlegen kamen WIE wir das genau anstellen sollten hat sich der Vorschlag, im Restaurant auf der anderen Straßenseite zu essen, durchgesetzt. Also wurde der Rost wieder beiseite gestellt und man schlenderte über Moritz’ Enttäuschung hinweg Richtung Boot, um was zum Anziehen zu holen. Wir wurden aber dadurch aufgehalten, dass ein Einheimischer, gerade als wir vorbeigingen, ein Feuer direkt am Strand angezündet hatte und dann verschwand. Das Feuer war zwar genau unter einem Baum, hat etwas gequalmt und gestunken, aber Feuer ist Feuer und über Feuer kann man ja bekanntlich grillen. Als der Brandstifter dann ein ganze Weile nicht zurückkam, wurde der Grillrost wieder zurückgeholt und ich bewaffnete mich mit einem Holzprügel und fing an, eine am Strand liegende Palette zu zerlegen. Auf der weiteren Holzsuche geriet ich nichts ahnend durch ein Gebüsch auf eine hauseigene Müllkippe, worauf die Hausbesitzerin angequängelt kam und mir sagte ich solle sofort gehen sonst hole sie die Polizei. Weil mich Angstzustände von allein lebenden Frauen nichts angehen und mich nicht interessieren bin ich weitergegangen und dann doch mit brennbarer Beute zurückgekehrt. Mittlerweile hatte Carina mit einigen Helferlein auch das zu grillende Gemüse rangeschafft und Wolfgang eine Flasche Cola besorgt – und dann ging’s los.

Letztendlich lagen dann Kartoffeln und Tomaten in Alufolie, grüne Papaya, Zwiebeln, Auberginen, Paprika, ein paar Toasts und das eindeutige Highlight: Süßkartoffeln auf dem Grill. Auch wenn ich im ganzen Jahr 2008 nicht so viel Verkohltes gegessen habe war’s ausgesprochen lecker und alle sind satt und zufrieden aufs Boot zurückgekehrt.

(Felix)

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Waschen auf Grenada

Januar 14th, 2009 von admin

Waschen auf Grenada gestaltet sich glücklicherweise völlig anders als in Palermo.
Man nehme: die gesamte Wäsche, die das Waschen benötigt, packe sie in Säcke und gebe sie dem freundlichen Mann an der Pier, der nach der Laundry fragt.
Wenige Stunden später bringt er sie gewaschen, sauber duftend, trocken, gebügelt und gelegt zurück und man muss sie nur noch selber einräumen. Genial!

(Carina)

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Tobago -> Grenada

Januar 10th, 2009 von Wolfgang

Eigentlich war der Aufenthalt in Tobago viel zu kurz. Gerade eben hatte ich angefangen etwas Urlaub zu machen: den Surfwind ausnutzen, das Riff beschnorcheln, grooooßen Gefallen am Kitesurfen entwickeln u.v.m.

Doch unsere Crewerweiterung will natürlich den Heimflug dereinst planmäßig antreten und zuvor noch weitere Orte der Karibik erkunden. Hilft also nix – wir müssen los. Abermals unsinnigen Behördenkram in Scarborough erledigen. Zum Glück konnte ich dem Uniformträger schon beim Einklarieren verklickern, dass ich nicht mit der kompletten 7-köpfigen Crew anreisen werde, nur damit er die Passfotos mit den echten Visagen vergleichen kann – er ließ sich immerhin auf zwei Köpfe runterhandeln.

Nach Mitternacht hieß es “Anker auf” in Tobago bei kaum nutzbarem Wind aber herrlich klarem Vollmond. Nach knapp zwei Stunden Motorhilfe, die wir für Kühlschrank und Wassererzeugung sowieso manchmal brauchen, hatte das Schlagen des Riggs ein Ende und der Wind frischte auf. So ging es unter vollen Segeln und halbem Wind mit bis 7-8kt Fahrt flott voran.

Wohl zu der halben Nacht holte mich der Wachhabende aus der Koje, denn es kam ihm spanisch vor, dass uns ein gut beleuchtetes Boot schon geraume Zeit verfolgte. Kaum an Deck blinkte mich von dort eine Taschenlampe nervös an. Unsere Fahrt nahm stark ab bei gleichzeitig immer nördlicherem Kurs. Ein Blick achteraus machte klar, dass wir einen kapitalen Fischer gefangen hatten – eine Leine lag in einer Schlaufe um unser steuerbordseitiges Ruderblatt und der arme Kutter hing seit knapp einer Meile in unserem Schlepp. Was uns mit der Angel bislang verwehrt wurde, haben wir nun mit dem Ruder geschafft. Mir ist nur noch nicht ganz klar, wer nun eigentlich wen gefangen hat?

Der verzweifelte Fischer rief uns einige Dinge herüber, die wir zum Glück nicht verstanden – Carina kappte die Leine mit dem Brotmesser durch zwei beherzte Schnitte und ich befreite unser beigedrehtes Boot von den Resten der Beute mit Schnorchel und Tauchlampe unter Wasser.

Der letzte Teil der Etappe bis Mittag verlief bei idealen Bedingungen recht zügig, so dass wir uns den Luxus gönnten, bis in den Hafen hinein zu segeln um dann in der neuen Marina bei George’s Town auf Grenada längsseits zu gehen. Klar könnten wir uns an den Anker hängen, aber zumindest die Wäscheberge im Keller fordern diesmal die teure Variante.

(Wolfgang)

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Tobago

Januar 8th, 2009 von admin

Das erste was bei der Ankunft in Tobago auffällt, ist das saftige Grün, in dem die ganze Insel erscheint. Und tatsächlich, hier gibt es einen Regenwald, der einen nennenswerten Teil der Insel bedeckt und zum Glück bereits seit dem 18. Jahrhundert unter Naturschutz steht.

http://www.fotoreiseberichte.de/t&t/t&t_mainridge.htm

Nachdem wir bereits in Italien aber auch hier mit teuren aber nur bedingt kompetenten ‘Guides’ und ballastartigem Tourenpublikum unsere Erfahrungen gemacht haben, haben wir uns inzwischen selbst weiterqualifiziert und verzichten gelegentlich auf die eindringlichen, aber nicht wirklich bestechenden Angebote der professionellen Guides. Zumal wir ja unseren Spezialguide für Individual- und Survivalprogramme, Thomas und unseren Captain und Guide-Joker Wolfgang dabeihaben.

So funktionierten wir unser Dinghy kurzerhand zum Schnochel-Ausflugsboot ohne Glasboden um und kämpften uns damit gegen Wind und Wellen zum Bucco-Riff um Seite an Seite mit den Ausflugsbooten die Schönheit der Unterwasserwelt sogar ohne Zeitbegrenzumg zu bestaunen. Formenvielfalt, bunte Korallenfische, aber auch Rochen, die gut versteckt im Sand ausharren sind der Mühe Lohn.

Unsere Survivalguides Thomas und Wolfgang haben auch im Regenwald ihre Qualifikation unter Beweis gestellt. Die phantastische Vegetation und Atmosphäre dieser Landschaft tröstet leicht darüber hinweg, dass sich Tiere eher gut zu verstecken wussten. Bis auf die Mücken, die sich aber an den autan-gewürzten Expeditionsteilnehmern die Stechrüssel verbogen.

Auch dass er den Namen ‘Regenwald’ verdient, hat derselbe uns zwischendurch eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Logistik, eine 7-köpfige Gruppe quer auf dem Landweg über die Insel zu transportieren hat Wolfgang durch simples Herbeiwünschen geeigneter Vehikel im hintersten Winkel spielend in den Griff bekommen.

(Andreas)

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Neujahr

Januar 5th, 2009 von admin

So langsam fühlen wir uns in Barbados schon heimisch. Auch ein kaputtes Funkgerät bringt Menschen einander näher. Einerseits dadurch, dass man in diversen Elektroläden mit netten, lustigen, interessanten bis wunderlichen Menschen zusammentrifft.

Andererseits dadurch, dass derartige Besorgungen nicht an einem einzigen Tag zu erledigen sind und daher auch den flüchtigsten Seefahrer zum Bleiben einladen.

Einzelne Crewmitglieder unterzogen auch das Nachtleben auf der Insel einer eingehenden Studie. Schwerpunkt ist hier der St. Lawrence Gap, eine Ansammlung von Lokalen, Bars und Diskotheken, die sowohl von Touristen als auch Einheimischen, den Bajans, lebhaft frequentiert wird.

Andere Crewmitglieder erforschen die Insel eher bei Tag und bestaunten Steilküsten, Botanik, Zuckerrohrplantagen sowie Zucker- und Rumherstellung. Moritz erweist sich dabei als sehr geschickt, das Gesehene an Bord mit etwas Zuckerrohr als Ausgangsbasis zu reproduzieren und fügt so seiner Gourmet-Karriere einen weiteren Meilenstein hinzu.

Durch Anregung Einheimischer motiviert fuhren wir zu Sylvester nach Holetown, 5 sm nördlich von Bridgetown um vom Wasser aus gleich mehrere phantastische, professionelle Feuerwerke zu bestaunen. Zuvor stellte unsere professionelle Kombüse ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis und begeisterte die Crew mit einem kulinarischen 3-Gänge-Feuerwerk. Anschließend warfen wir uns im Landgang ins Getümmel auf den Strassen.

Immerhin, auch wenn das Funkgerät weiterhin kaputt bleibt, weil der japanische Hersteller ICOM nicht kooperiert, so ist doch ein nettes Souvenier aus Barbados unser Kühlschrank, der wieder richtig kühlt. Auch gut für den Champagner zu Sylvester.

Ich könnte noch viel vom Alltag in Bridgetown und der Carlisle Bay berichten, den täglichen Besorgungen, dem Schnorcheln an Schiffswracks, dem schneeweißen Sand und dem türkisblauen Wasser, aber ruhelose Kräfte drängen uns zum Aufbruch und so lichten wir unseren Anker in Richtung Tobago, 135 sm von hier.

Kräftiger Ostwind mit 30 Knoten bläst uns in weniger als 24 Stunden nach Tobago. Nachts sehen wir am Sternenhimmel Alpha Centauri und das Kreuz des Südens.

(Andreas)

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